Der arme Poet

Der arme Poet

Künstler
Carl Spitzweg
Datierung
1839
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Kein anderes Bild Spitzwegs erfreut sich heute so großer Popularität wie der "arme Poet". Das Klischee des sich nur auf das Geistige konzentrierenden Dichters, den materielle Äußerlichkeiten nicht interessieren, hat Spitzweg hier prototypisch ins Bild gesetzt: In einem schäbigen Dachzimmer auf einer Matratze liegend, gegen die Kälte mit einer Decke, einer abgewetzten Jacke und einer Schlafhaube ausgerüstet und mit einem Schirm gegen eindringendes Regenwasser geschützt, scheint der Dichter sich unbeirrt von den widrigen äußeren Bedingungen ganz der Ausarbeitung eines Gedichtes zu widmen. Als das Bild 1839 im Münchner Kunstverein der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, stieß es allerdings mit seiner ironisierenden Darstellung des verarmten Dichters auf Kritik. Man verstand das Bild als Angriff auf die Idealität der Dichtkunst und zugleich als Angriff auf die idealisierende Kunst schlechthin, wie sie vor allem durch die akademische Historienmalerei vertreten wurde. Auch werden die oft elenden Umstände deutlich, unter denen eine Vielzahl verarmter Künstler zu leiden hatte, und wird die von Zeitgenossen diskutierte Frage nach dem Sinn und Zweck einer überquellenden, aber oft nur mittelmäßigen Kunstproduktion gestellt: die Werke des Dichters liegen vor dem Ofen als Heizmaterial bereit.
Ausgestellt
NP Saal 11a
Inventarnummer
7751
Geburtsjahr des Künstlers
1808
Sterbejahr des Künstlers
1885
Maße des Objekts
36,2 x 44,6 cm
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Leinwand
Gattung
Malerei
Referat
19. Jahrhundert
Herkunft
1887 als Schenkung von Eugen Spitzweg, dem Neffen des Künstlers, erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München

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