Nächtliche Runde

Nächtliche Runde

Künstler
Carl Spitzweg
Datierung
um 1875
Mehr über das Werk
Seit den 1860er Jahren beschäftigte sich Spitzweg häufiger mit Nachtbildern. Die Erscheinung des blaugrünen Mondlichts auf den Häusern und die Gestirne am Himmel zogen sein Interesse an. Das Motiv der Scharwache, des nächtlichen Kontrollgangs durch das Militär, fügt sich in seiner stillen Pracht besonders gut in diese Stimmung. Ein erster Soldat betritt mit eingelegtem Gewehr die Brücke, ihm folgen mit weitem Abstand der Hauptmann und der Trommler, dahinter streift die lockere Schar. Der Erzählbogen reicht vom schüchternen Schauen des vorderen zum geselligen Plaudern des Gefolges. Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass es sich bei den blauen Mänteln mit langen Rockschößen, den Schärpen wie den Hüten um ältere bayerische Uniformen handelt, wie sie bereits zur Zeit der napoleonischen Kriege getragen wurden. Als Friedensuniform hielt sich diese Ausrüstung zwar länger, um 1870 wechselte man jedoch zu beweglicheren Uniformen. Spitzwegs Scharwache scheint damit einer älteren Zeit anzugehören. Zur Einordnung seiner Idyllen ist zu bedenken, dass sie weniger zeitgenössisch, sondern eher in einer verträumten, leicht altertümlichen Zeit angesiedelt sind. Der Zeitgenosse Friedrich Pecht sprach von der »Jean-Paul-Zeit« in Spitzwegs Bildern. Das Spektrum seiner Nachtstücke reicht von solchen Streifzügen über Serenaden bis zu unheimlichen Szenen.
Inventarnummer
8942
Geburtsjahr des Künstlers
1808
Sterbejahr des Künstlers
1885
Maße des Objekts
32,4 x 54,2 cm
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Leinwand
Gattung
Malerei
Referat
19. Jahrhundert
Herkunft
1917 aus Privatbesitz erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München

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