Thusnelda im Triumphzug des Germanicus

Thusnelda im Triumphzug des Germanicus

Datierung
1873
Mehr über das Werk
Das monumentale Schaubild ist Pilotys Hauptwerk aus der späten Schaffensphase. Es zeigt eine zentrale Begebenheit aus der germanischen Geschichte. Im Kampf um die linkselbischen Gebiete unterlag Hermann der Cherusker, nachdem er zunächst die Römer im Teutoburger Wald besiegt hatte, dem Feldhern Germanicus. Die Germanen und mit ihnen die Ehefrau Hermanns, Thusnelda, wurden durch Verrat gefangen genommen. Ein prächtiger Triumphzug wurde im Jahr 17 n. Chr. zu Ehren des Siegers in Rom abgehalten. Der griechische Historiograph Strabo, der im Bild rechts als Zeuge auftaucht, überliefert das Ereignis. Piloty zeigt den Moment, als Thusnelda mit ihrem Sohn Thumelicus an den Augen des Kaisers Tiberius und der römischen Oberschicht vorbeigeführt wird. Zur Verdichtung der historischen Atmosphäre ließ er sich für die Kleidung der Germanen und ihrer Attribute durch das Theater inspirieren. Die Idee für das Gemälde fasste Piloty bereits 1863, doch erst der Auftrag durch König Ludwig II. von 1869 führte zu seiner endgültigen Ausführung. 1873 wurde es auf der Wiener Ausstellung begeistert aufgenommen. Doch spiegelt die Rezeption dieser Jahre die Ambivalenz der Rolle Thusneldas. In den Augen der Zeitgenossen erschien sie als moralisches Beispiel deutschen Wesens, das in der Stunde des Untergangs stolz und ungebrochen seinem Schicksal entgegensieht. In Pilotys Werk jedoch tritt sie als ein charakteristisches Beispiel seiner Beschäftigung mit dem Thema des tragischen Helden auf.
Ausgestellt
NP Saal 13
Inventarnummer
WAF 771
Geburtsjahr des Künstlers
1826
Sterbejahr des Künstlers
1886
Maße des Objekts
490 x 710 cm
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Leinwand
Gattung
Malerei
Referat
19. Jahrhundert
Herkunft
1874 durch König Ludwig II. vom Künstler erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München

Folgende Kunstwerke könnten Sie auch interessieren: