Die drei Marien am Grab

Die drei Marien am Grab

Datierung
um 1815/22
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Cornelius zeigt in dem 1815 konzipierten, aber erst 1822, lange nach seiner Rückkehr aus Italien vollendeten Gemälde den in den Evangelien geschilderten Besuch der drei Marien am Grab Christi. Den biblischen Berichten entsprechend lässt Cornelius die Frauen am Morgen des Paschafests auf den Engel treffen, der von der Auferstehung des Herrn berichtet und als Beweis das leere Grab präsentiert. Die Figuren füllen fast die gesamte Bildhöhe. Der Engel sitzt links im Vordergrund auf dem vorderen Rand des Sarkophags. Mit der segnend erhobenen Rechten empfängt er die Frauen mit ihren Salbgefäßen, die, von rechts kommend, demutsvoll innehalten. Jerusalem liegt, entgegen der geographischen Realität, im Hintergrund am Ufer einer Meeresküste, doch präzisieren die leeren Kreuze auf dem Hügel oberhalb der Stadt den Ort des Geschehens. Der Überlieferung zufolge wurde das Bild mitsamt einer 1815 von Friedrich Overbeck gemalten, inzwischen aber verschollenen "Verkündigung Mariens" für den Rostocker Gerichtspräsidenten Fromm gemalt. Einzelheiten des Landschaftsgrundes, etwa die zarten stilisierten Baumfigurationen und die toskanisch-mittelalterlichen Architekturversatzstücke, und die leise Gestik der in vorderster Bildebene agierenden Protagonisten erinnern an Vorbilder der italienischen Frührenaissance. Wie Cornelius aber aus der formalen Beruhigung der Szene, der Schönheit und Eleganz der Figuren und dem intensiven feurigen Kolorit einen spannenden Dreiklang komponiert, verweist auf den frühen Raffael als seine wichtigste Inspirationsquelle.
Ausgestellt
Nicht ausgestellt
Inventarnummer
FV 8
Geburtsjahr des Künstlers
1783
Sterbejahr des Künstlers
1867
Maße des Objekts
63,2 x 75,2 cm
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Leinwand
Gattung
Malerei
Referat
19. Jahrhundert
Herkunft
1992 vom Pinakotheks-Verein aus Privatbesitz erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München