Landschaft mit Runenstein
Andreas Achenbach (1815-1910)

Landschaft mit Runenstein,

1841
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Leinwand
Maße des Objekts
34,8 x 52,3 cm
Ausgestellt
Nicht ausgestellt
Referat
19. Jahrhundert
Gattung
Malerei
Inventarnummer
14599
Erwerb
1979 als Schenkung der Allianz Versicherungs-AG erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München
Zitiervorschlag
Andreas Achenbach, Landschaft mit Runenstein, 1841, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/8eGV5kBLWQ (Zuletzt aktualisiert am 29.10.2020)
Das kleine Gemälde "Landschaft mit Runenstein" steht in der Tradition der frühromantischen Landschaftsmalerei eines Caspar David Friedrich oder Carl Gustav Carus, die mittelalterliche Ruinen, vorgeschichtliche Überreste und Naturdenkmäler als neue Motive in die Malerei einführten. Das neu erwachte geschichtliche Bewusstsein und die damit verbundene Sehnsucht nach längst vergangenen Zeiten mit ihren Geheimnissen und Rätseln, wie sie in der literarischen Romantik bereits greifbar waren, fanden so ihre bildhafte Entsprechung. Der einsame Wanderer, der auch in Achenbachs Bild auftaucht, ist mit dieser andauernden Gegenwart der Vergangenheit in Form des Runensteins konfrontiert und zudem der rauen, abweisenden Natur ausgesetzt. Die Figur kann so als Sinnbild der Bedeutungslosigkeit und Kleinheit des einzelnen Menschen gegenüber der Erd- und Menschheitsgeschichte verstanden werden. Die "Landschaft mit Runenstein" knüpft nicht nur motivisch an die frühromantische Bildtradition an, sondern steht auch mit dem kühlen, gräulichen und glatten Farbauftrag in der Nachfolge der frühromantischen Malerei. Allerdings ist Achenbachs Landschaft rauer und weniger komponiert aufgefasst. Auch der niedrig gesetzte Horizont, der fast zwei Drittel des Bildes für einen bewegten Himmel freigibt, erinnert eher an die holländische Landschaftsmalerei des 17. Jahrhunderts. Wahrscheinlich entstand das Bild während einer Norwegenreise, die Achenbach 1839 unternommen hatte. Besonders die skandinavischen Länder mit ihrem häufig noch lebendigen Glauben an Naturgeister und einer reichen heidnischen Mythologie übten starke Faszination auf die Künstler der Romantik aus.

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