Seit den 1870er Jahren geht Menzel, wie auch bei diesem Bild, in der Darstellung des erzählenden Moments und der individuellen Verhaltensweise noch über das hinaus, was er in den fridericianischen Gesellschaftsbildern (»Tafelrunde«, »Flötenkonzert«) beschrieben hatte. Farblich wie kompositionell erscheint die Bildfläche in kleine und kleinste Teile zerlegt. Menschen in Gruppen oder vereinzelt verhalten sich nach eigener Laune, leger und ohne Protokoll, wie es der Anlass eines Festes bei Hofe nicht von vornherein erwarten ließe. So wie sich die vielen in Gala erschienenen Menschen in den Nebenräumen des Ballsaales verteilen und in gelöster
Stimmung miteinander konversieren, so mischen sich die Farben der Stoffe und Vergoldungen, der Lichter, Spiegel und Glasprismen: ein zufälliger Ausschnitt aus einem mannigfaltigen, uferlos wirkenden Ganzen.