Paul Gauguin (1848-1903)

Die Geburt - Te tamari no atua,

1896
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Rupfen
Maße des Objekts
96 x 131,1 cm
Ausgestellt
AP EG Saal I
Referat
19. Jahrhundert
Gattung
Malerei
Inventarnummer
8652
Erwerb
1912 als Schenkung von Eduard Arnhold und Robert von Mendelssohn im Rahmen der Tschudi-Spende erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München
Zitiervorschlag
Paul Gauguin, Die Geburt - Te tamari no atua, 1896, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/M0xydQB4pl (Zuletzt aktualisiert am 15.12.2025)
Gauguin bezieht sich in diesem Gemälde auf ein sehr persönliches Erlebnis: Ende des Jahres 1896 hatte das tahitianische Mädchen Vahine, das mit ihm zusammenlebte, ein Kind geboren, welches nach wenigen Tagen starb. Der baldige Tod des Neugeborenen ist in dem Bild durch die "Amme" mit der schwarzen Kappe und dem Engel hinter ihr angedeutet. Die "Amme" ähnelt in ihrer Erscheinungsweise sehr stark Darstellungen des Totengeistes auf Tahiti. Das Kind ist der Mutter durch den Tod genommen und wird dem Engel übergeben. Auf ihrer Brust, unter der linken gewölbten Hand zeichnet sich gleichzeitig als Silhouette die Stelle ab, an der das Kind eben noch lag.
Die Figur des Engels, das Stallinnere und die Heiligenscheine von Mutter und Kind sind Mittel, um die Darstellung auch mit einem christlichen Sinne zu erfüllen. Diese Anspielung auf die Geburt Christi im Stall zu Bethlehem erklärt sich aber weder durch eine Frömmigkeit des Malers noch durch dessen mögliche Absicht, die indigene Bevölkerung an der christlichen Heilslehre teilhaben zu lassen, sondern es handelt sich hierbei um ein schon bewährtes Mittel der Bedeutungssteigerung, auf das Gauguin mehrfach zurückgegriffen hat. Darin sind ihm zahlreiche Künstler gefolgt, von den "Nabis" bis zu Künstlern der Gegenwart.

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