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Giorgio Morandi (1890-1964)

Stilleben mit Flaschen,

1958
Material / Technik / Bildträger
Leinwand
Maße des Objekts
25 x 30 cm
Ausgestellt
PdM Saal 30
Gattung
Malerei
Inventarnummer
12940
Erwerb
1959 erworben als Ankauf von Giorgio Morandi
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Pinakothek der Moderne
Zitiervorschlag
Giorgio Morandi, Stilleben mit Flaschen, 1958, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Pinakothek der Moderne, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/QrLWyOV4NO (Zuletzt aktualisiert am 28.10.2025)
Dicht beieinander und einfach geordnet versammeln sich alltägliche Gegenstände zu einer Gruppe, die trotz ihrer strengen Tektonik auf der Fläche zu schweben scheint. Nur die Schatten und die perspektivischen Anrisse setzen räumliche Akzente. Die Standebene für die Dinge hat keine Trägerfunktion. Entsprechend den gelblichen Farbzonen betont der horizontale Streifen das Bildgeviert als geometrisches Feld. Irritierend sind die unterschiedlichen Dimensionen der
Gefäße und die Helligkeit, die die festen Körper aufzehrt. Der spröde Farbauftrag macht die Oberflächen porös, lässt die Konturen verschwimmen. Die Gegenstände werden ungreifbar, verwandeln sich in Erscheinungen. Bereits 1920, nach einer kurzen Orientierungsphase bei der Pittura metafisica 1918/19, im Umkreis der Zeitschrift „Valori Plastici“, greift Giorgio Morandi sein Thema, das Stillleben, auf. In unzähligen Variationen – allein zwischen 1940 und 1964 entstehen ungefähr 800 Bilder dieses Motivs – setzt er sich immer wieder mit dem Wechselspiel
von Realität und Schein auseinander. Allerdings nicht im Sinn des Impressionismus, obwohl ihn 1911 die Werke Claude Monets tief beeindruckt hatten. Sein Interesse am Licht sucht nicht den Wechsel im Augenblick, sondern die Dauer. In der Auseinandersetzung mit Paul Cézanne benutzt Morandi die Gegenstände als Ordnungsstrukturen, um Bewegung, auch die des Lichts, anzuhalten. Das Stillleben, traditionell als Allegorie der Vergänglichkeit häufig um organische Dinge erweitert, wird von Morandi umgedeutet zum stillen Leben der statischen Dinge in einer Gegenwelt. Vergleichbar Claude Monets beharrlichem Anliegen, immer neue Variationen der Seerosen-Bilder zu malen, oder Cézannes obsessiver Annäherung an die Montagne Sainte-Victoire, malt der Italiener in einem immer währenden Zyklus gegen das Vergängliche an.

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