Ein Spielmann bei einem Einsiedler
Moritz von Schwind (1804-1871)

Ein Spielmann bei einem Einsiedler,

um 1846
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Pappe
Maße des Objekts
60,9 x 45,7 cm
Ausgestellt
Nicht ausgestellt
Referat
19. Jahrhundert
Gattung
Malerei
Inventarnummer
13029
Erwerb
1959 als Überweisung aus Staatsbesitz erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München
Zitiervorschlag
Moritz von Schwind, Ein Spielmann bei einem Einsiedler, um 1846, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/RQ4XJOPL10 (Zuletzt aktualisiert am 06.04.2022)
In der Abgeschiedenheit eines felsigen Tales begegnen sich zwei Menschen: ein Eremit, der sich in diese karge, enge Natur zurückgezogen hat, um fern aller Zivilisation ein gottgefälliges Leben zu führen, und ein Spielmann, der in dieser Eremitage eingekehrt ist, sich auf einem Fels niedergelassen hat und mit gedankenverlorenem Blick seine Sackpfeife bläst. Der Eremit, der eben von einer Wanderung heimkehrt, ist ganz in seinen braunen Mantel gehüllt. Das Gesicht ist von der Kapuze verdeckt, sodass wir nicht erkennen, ob er den Besucher mit Erstaunen, Freude oder Missbilligung wahrnimmt. Mit feinem Pinsel sind die Besonderheiten der Natur charakterisiert: die Felsen, die Sträucher und Bäume, die sich mit ihren Wurzeln an das harte Gestein klammern und dabei wunderliche Formen bilden. Wie die Einsiedler und Spielleute des Mittelalters empfanden sich viele Künstler des 19. Jahrhunderts als Außenseiter der Gesellschaft. Sie führten ein Leben jenseits der bürgerlichen Konventionen und hielten sich abseits von den ökonomischen und gesellschaftlichen Zwängen im Zeitalter der Industrialisierung. Moritz von Schwind hat das Thema des Einsiedlers in seinem Werk immer wieder aufgegriffen, meist in kleinen Formaten wie diesem, in denen er subjektiv gefärbte Visionen einer sagenhaften, fernen Zeit des Mittelalters schuf. Daneben aber war er als Maler von großen Historienbildern viel beschäftigt, etwa in der Wartburg bei Eisenach, wo er in den 1850er Jahren die Geschichte der Hl. Elisabeth von Thüringen in Wandgemälden darstellte.

Seit 1999 forscht das Referat Provenienzforschung zur Herkunft aller Kunstwerke der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die vor 1945 entstanden sind und die seit 1933 erworben wurden. Grundlage für diese Forschung bilden die „Washingtoner Erklärung“ von 1998 sowie die daran anschließende sogenannte „Gemeinsame Erklärung“ von 1999.

Die Provenienz-Angaben basieren auf den systematischen Erstchecks und orientierten sich am Leitfaden zur Standardisierung von Provenienz-Angaben des Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. Provenienzangaben werden zeitnah aktualisiert, wenn neue Quellen oder Erkenntnisse zu den hier veröffentlichten Werken bekannt werden.

Weitere Informationen zu den Provenienzangaben finden Sie in der Präambel.

Für Rückfragen und Hinweise erreichen Sie uns unter provenienz@pinakothek.de

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Frau von Bernus, Stift Neuburg (Heidelberg), evtl. vom Künstler erworben
o.D. - mind. 1898
Bezirksamtmann Münch, Auerbach a. B.
frühestens 1898 - mind. 1906
Verbleib unbekannt, evtl. weiterhin in Sammlung Bezirksamtmann Münch
frühestens 1906 - 1934
Reichsleitung der NSDAP (evtl. in Privatsammlung Adolf Hitler), München/Berchtesgaden
wohl 1934 - 1945
Central Collecting Point, Münchner Nummer 6830/2, Sicherstellung durch amerikanische Alliierte
06.08.1945 - 10.06.1949
Ministerpräsident Bayern, München, treuhänderische Übergabe durch amerikanische Alliierte
10.06.1949 - 22.02.1952
Treuhandverwaltung von Kulturgut beim Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, München, treuhänderische Übergabe durch Bayerischen Ministerpräsidenten
22.02.1952 - 21.04.1959
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, Übereignung von Finanzmittelstelle München an den Freistaat Bayern
seit 21.04.1959

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