Blick von der Villa Malta in Rom nach Süden
Johann Christian Reinhart (1761-1847)

Blick von der Villa Malta in Rom nach Süden,

1834
Material / Technik / Bildträger
Tempera auf Leinwand
Maße des Objekts
166,5 x 267 cm
Ausgestellt
Nicht ausgestellt
Referat
19. Jahrhundert
Gattung
Malerei
Inventarnummer
WAF 811
Erwerb
1835 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München
Zitiervorschlag
Johann Christian Reinhart, Blick von der Villa Malta in Rom nach Süden, 1834, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/ma4dqDgxrO (Zuletzt aktualisiert am 09.11.2020)
Das Gemälde zeigt einen Blick über Rom vom Turm der Villa Malta auf dem Pincio. Es ist Teil eines vierteiligen Panoramas, das Reinhart im Auftrag König Ludwigs I. gemalt hat, dem die Villa seit 1827 als römischer Wohnsitz gehörte. Die vier Ansichten geben ein genaues Bild der Topographie der Stadt in den Jahren um 1830 wieder. Die Ansicht nach Süden zeigt die innere Stadt mit ihrer alten Bausubstanz und stimmt weitgehend mit der heutigen Situation überein. So ist links im Hintergrund die Kirche Santa Maria Maggiore mit ihrem Turm und den zwei Kuppeln zu erkennen. Etwas weiter rechts lässt sich die Lateransbasilika mit ihrer Figurenbekrönung ausmachen. Etwa in der Mitte des Bildes erstreckt sich der langgezogene Quirinalspalast. Rechts im Vordergrund ist die von Borromini errichtete Kirche Sant' Andrea delle Fratte wiedergegeben. Dagegen bietet die Ansicht nach Norden einen Ausblick auf die ländliche Landschaft der römischen Campagna, die so heute nicht mehr existiert, und dokumentiert die Situation vor den Stadterweiterungen des späteren 19. Jahrhunderts. Der vedutenartige Charakter der Ansichten widerstrebte den künstlerischen Vorstellungen Reinharts zutiefst, doch konnte er sich dem Drängen des königlichen Auftraggebers nicht entziehen. Nach Reinharts Auffassung war die bloße Wiedergabe des Sichtbaren, wie es ein Panoramabild erforderte, nicht Aufgabe der Landschaftsmalerei. Vielmehr strebte er die Überhöhung des Wirklichen durch eine idealisierende Komposition und das Einbringen arkadischer Elemente an.

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