Landschaft am Genfer See

Landschaft am Genfer See

Dating
um 1906
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Verfolgt man die Kunstliteratur des frühen 20. Jahrhunderts, so werden immer wieder drei Maler in einem Atemzug genannt: Munch, Hodler, Kirchner. Mit ihnen versucht eine von dem Materialismus und dem naturwissenschaftlichen Positivismus des vergangenen Jahrhunderts enttäuschte Gesellschaft zurückzufinden zu einer geistigen Durchdringung der Wirklichkeit und ihrer Phänomene. Neben Kirchners »innerem Bild der äußeren Wirklichkeit« und Munchs psychologisch aufgeladenen Darstellungen sind es auch die Landschaften Hodlers, die der Wirklichkeit – ja, gegebener Topographie – Identität und eine Seele zu geben scheinen. Tatsächlich zeigt das Gemälde zwar einen Ausblick vom nördlichen Ufer des Genfer Sees gegen die Rhonemündung hin, wobei der Standort des Malers nach Thea Vignau-Wilberg auf einer Anhöhe zwischen Lausanne und Montreux gewesen sein muss. Unzweifelhaft wichtiger aber ist die atmosphärische Dichte der Landschaft, die mit Blick auf den bühnenartigen Vordergrund gleichsam körperhaft auftritt. Wie Vignau-Wilberg schreibt, entsteht, da weder Menschen noch Tiere dargestellt sind, »der Eindruck einer gewissen Leere, wodurch Hodler jedoch die Wirkung der Landschaft auf das Elementare, die Elemente Erde, Wasser und Luft konzentriert und im Sinn einer monumentalen Bildarchitektur steigert«. So tritt in den Bildern Hodlers der Mensch noch im Landschaftsprospekt den Urkräften der Natur entgegen.
Displayed
AP EG Saal III
Inventory Number
8715
Birth year of the artist
1853
Year the artist deceased
1918
Dimensions of the object
59,8 x 84,5 cm
Material / Technology / Carrier
Öl auf Leinwand
Genre
Malerei
Department
19. Jahrhundert
Origin
1913 aus Privatbesitz erworben
Stock
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München

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