Stillleben mit Geranien

Artist
Henri Matisse
Dating
1910
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Hugo von Tschudi gab dieses Bild durch Vermittlung des Malers Hans Purrmann, der wesentlich zur Verbreitung der künstlerischen Vorstellungen von Henri Matisse in Deutschland beitrug, 1910 in Auftrag. 1912 kam es mit Hilfe der Tschudi-Spende nach München und war damit eines der ersten Gemälde des Künstlers in öffentlichem Besitz. 1955 wurde „Stilleben mit Geranien“ auf der ersten documenta in Kassel gezeigt, was die Relevanz des Werks für die Moderne verdeutlicht. Das Gemälde führt exemplarisch den dekorativen Flächenstil vor, den Matisse nach formal nervösen Anfängen in seiner mittleren Schaffensperiode entwickelt hatte. In dieser Zeit begann sich der Fauvismus auf zulösen, und der Analytische Kubismus nahm bereits in der künstlerischen Avantgarde die beherrschende Position ein. Die Komposition ist betont auf das Bild als zweidimensionale Fläche bezogen, illusionistische Raumeindrücke sind weitgehend vermieden. Im Vordergrund steht die farbige Gestaltung, aus ihr allein wird das Bild verständlich. Die gegenständlichen Motive wirken in erster Linie als Farbformen, die das Gemälde als Fläche gliedern, nicht als plastische, raumbeanspruchende und -verdrängende Körper. So werden zum Beispiel der drapierte Stoff durch die davon unabhängige Musterung und die bunte Keramikvase zu eher ornamentalen, ihrer eigentlichen stofflichen Funktion enthobenen Flächen, die das Gemälde diagonal in zwei gleichwertige Bereiche gliedern. Auffallend ist zudem das Fehlen einer eindeutig bestimmbaren Lichtquelle. Die einzelnen Farbflächen leuchten vielmehr aus sich heraus und lassen im Zusammenhang des Bildganzen eine gleichmäßige, jedoch nicht illusionistische Lichthaltigkeit entstehen. In der formalen und farblichen Ausgewogenheit der Komposition scheint Matisse seiner Wunschvorstellung sehr nahe gekommen zu sein: „Ich träume von einer Kunst des Gleichgewichts und der Reinheit, von einer Kunst der Ruhe, ohne ein aufregendes oder voreinnehmendes Sujet […].“
Displayed
PdM Saal 1
Inventory Number
8669
Birth year of the artist
1869
Year the artist deceased
1954
Dimensions of the object
93 x 115 cm
Material / Technology / Carrier
Öl auf Leinwand
Genre
Malerei
Department
20./21. Jahrhundert
Origin
1912 erworben als Schenkung von Marcus Kappel im Rahmen der Tschudi-Spende
Stock
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Sammlung Moderne Kunst in der Pinakothek der Moderne München

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