Die Erfindung des korinthischen Kapitells durch Kallimachos

Die Erfindung des korinthischen Kapitells durch Kallimachos

More about this artwork
1846 als letztes Werk Reinharts vollendet, zeigt das Gemälde eine große, ideal komponierte Landschaft mit einer Staffage, die eine ungewöhnliche Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte von der Erfindung des korinthischen Kapitells, Inbegriff des Reichtums und Schönheit der klassisch-antiken Architektur, wie sie Vitruv in seinem Architekturtraktat überliefert. Nach antiker Sitte war die jung verstorbene Tochter eines wohlhabenden Bürgers von Korinth außerhalb der Stadt an einer Straße bestattet worden. Das Grabmal mit Eckprotomen trägt eine Inschrift in griechischen Buchstaben, die den frühen Verlust des jungen Mädchens beklagt ("Jungfau war Melite noch, da kränzte schon Niko, die Alte, ihr den Hügel. War das, Hades, gerechtes Gericht?"). Neben das Grabmal hatte die Amme einen Korb mit den Spielsachen des Mädchens gestellt und mit einer Steinplatte abgedeckt. Im darauf folgenden Frühjahr war nun der Akanthusstrauch, auf dem das Körbchen zufällig stand, seitlich ausgetrieben und hatte damit eine Form geschaffen, die an das spätere korinthische Kapitell erinnert. Reinhart zeigt nun den Augenblick, als der Bildhauer Kallimachos an diesem Grabmal vorüberkam und diese Form erblickte, die ihn dann zu der Neuschöpfung dieser besonders reichen Kapitellform angeregt hat. Im Hintergrund erscheint eine Ansicht von Korinth mit der Burg Akrokorinth, wie sie ähnlich Carl Rottmann in seinem Griechenlandzyklus gibt.
Inventory Number
WAF 815
Birth year of the artist
1761
Year the artist deceased
1847
Dimensions of the object
95,8 x 135,0 cm
Material / Technology / Carrier
Öl auf Leinwand
Genre
Malerei
Department
19. Jahrhundert
Origin
1846 durch König Ludwig I. vom Künstler erworben
Stock
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München

You may also be interested in the following works of art: