Ein Spielmann bei einem Einsiedler

Ein Spielmann bei einem Einsiedler

Dating
um 1846
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In der Abgeschiedenheit eines felsigen Tales begegnen sich zwei Menschen: ein Eremit, der sich in diese karge, enge Natur zurückgezogen hat, um fern aller Zivilisation ein gottgefälliges Leben zu führen, und ein Spielmann, der in dieser Eremitage eingekehrt ist, sich auf einem Fels niedergelassen hat und mit gedankenverlorenem Blick seine Sackpfeife bläst. Der Eremit, der eben von einer Wanderung heimkehrt, ist ganz in seinen braunen Mantel gehüllt. Das Gesicht ist von der Kapuze verdeckt, sodass wir nicht erkennen, ob er den Besucher mit Erstaunen, Freude oder Missbilligung wahrnimmt. Mit feinem Pinsel sind die Besonderheiten der Natur charakterisiert: die Felsen, die Sträucher und Bäume, die sich mit ihren Wurzeln an das harte Gestein klammern und dabei wunderliche Formen bilden. Wie die Einsiedler und Spielleute des Mittelalters empfanden sich viele Künstler des 19. Jahrhunderts als Außenseiter der Gesellschaft. Sie führten ein Leben jenseits der bürgerlichen Konventionen und hielten sich abseits von den ökonomischen und gesellschaftlichen Zwängen im Zeitalter der Industrialisierung. Moritz von Schwind hat das Thema des Einsiedlers in seinem Werk immer wieder aufgegriffen, meist in kleinen Formaten wie diesem, in denen er subjektiv gefärbte Visionen einer sagenhaften, fernen Zeit des Mittelalters schuf. Daneben aber war er als Maler von großen Historienbildern viel beschäftigt, etwa in der Wartburg bei Eisenach, wo er in den 1850er Jahren die Geschichte der Hl. Elisabeth von Thüringen in Wandgemälden darstellte.
Displayed
Not on display
Inventory Number
13029
Birth year of the artist
1804
Year the artist deceased
1871
Dimensions of the object
60,9 x 45,7 cm
Material / Technology / Carrier
Öl auf Pappe
Genre
Malerei
Department
19. Jahrhundert
Origin
1959 als Überweisung aus Staatsbesitz erworben
Stock
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München

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