In der Bauernstube

In der Bauernstube

Artist
Wilhelm Leibl
Dating
1890
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Wenn man erfährt, dass dies Bildchen von 1890 der erste Staatsankauf von dem damals größten bayerischen Maler war, erhält man einen Begriff davon, wie wenig Leibl in seiner Wahlheimat verstanden wurde. Leibl, dessen vornehmer und freier Geist den offiziellen Kunstbetrieb in der Metropole ablehnte, hatte sich in die Einsamkeit oberbayerischer Dörfer zurückgezogen, um dort ungestört zu malen und zu jagen. Dadurch machte er es der deutschen Öffentlichkeit leicht, Distanz zu ihm zu halten, sodass er in Paris lange Zeit mehr geschätzt wurde als in Deutschland. Die Ähnlichkeit mit der geschwätzig-anekdotischen Genremalerei der Zeit ist nur äußerlich. Der Künstler dachte in erster Linie an die »Natur«. Denjenigen, die sein Werk deshalb als seelenlos erklärten, hielt er seinen Wahlspruch entgegen: »Ich male was ich sehe, da ist die Seele ohnehin dabei.« Von der naturalistischen Detailtreue der Kleinmeister des so genannten »Sittenbildes« ist das subtile Kunstwerk ebenso weit entfernt wie von der genialischen Pinselbravour seiner eigenen früheren Jahre. Es will – um mit Leibl selbst zu sprechen – vor allem »gutes Handwerk« sein, wobei »gut« hier als »schön« zu verstehen ist.
Displayed
Not on display
Inventory Number
7803
Birth year of the artist
1844
Year the artist deceased
1900
Dimensions of the object
37,0 x 38,8 cm
Material / Technology / Carrier
Öl auf Laubholz
Genre
Malerei
Department
19. Jahrhundert
Origin
1890 auf der Münchner Jahresausstellung im Glaspalast vom Künstler erworben
Stock
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München

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