Wolfgang Tillmans

Born 1968

Genres 20./21. Jahrhundert

Der deutsche, in London lebende Künstler Wolfgang Tillmans zählt heute zu den international einflussreichsten Fotografen seiner Generation. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Tillmans Anfang der 90er Jahre mit Aufnahmen der pulsierende Musik- und Clubszene europäischer Metropolen bekannt. Sein direkter, aus dem Moment heraus agierender fotografischer Stil fand bald Aufnahme in bekannte Lifestyle- und Popkulturmagazine wie i-D, Spex oder Interview und prägte entscheidend die Darstellung der Jugendkultur der 90er. Von Beginn an platzierte Tillmans seine Arbeit in Ausstellungsräumen als auch in Zeitschriften, die über den Kreis der Kunstinteressierten hinausreichen. In den Installationen gilt sein Primärinteresse dem Bild als Objekt im Raum, während die Arbeiten für Magazine eher das Bild als Träger von Inhalten betreffen, die medial leicht an die verschiedensten Orte transportiert werden können. In Ausstellungen entwickelte er eine Präsentationsform, in der seine Bilder in verschiedenen Größen und Techniken zu vielteiligen, großzügig über die Wandfläche komponierten Installationen zusammengefügt werden, die sowohl auf den spezifischen Ort wie die Ausstellungssituation Bezug nehmen. Dabei spielt Tillmans bewusst mit visueller Hierarchisierung und trennt nicht zwischen einem bedeutungsschweren und vermeintlich belanglos erscheinenden Motiv: „If one thing matters, everything matters“ heißt für Tillmans nicht eine Aufhebung der Unterschiede, ein Gleichmachen der Dinge. Im Gegenteil geht es ihm darum aufzuzeigen, dass Dinge verschiedenster Herkunft das Potential haben mit möglichen anderen Bedeutungen aufgeladen zu werden. In Tillmans Universum stehen scheinbar spontane, Schnappschuss ähnliche Fotografien gleichwertig neben präzis geplanten und detailliert inszenierten Aufnahmen. Die Wirklichkeit scheint hier in eine Vielzahl von Bildern aufgesplittert, die sich alle in ein vielschichtiges formales wie inhaltliches Bezugssystem einfügen.

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