Zoe Leonard

Born 1961

Genres 20./21. Jahrhundert

„For me photography is intrinsically about observation. It’s about being present in and having a certain perspective on the world around me. It’s not so much about creating, or my imagination - as drawing. It’s more about responding.“ Die Amerikanerin Zoe Leonard (1961 in Liberty, New York, geboren), die bereits mehrmals auf der documenta wie der Whitney Biennial vertreten war, zählt zu einer der außergewöhnlichsten Künstlerinnen ihrer Generation. Im Zentrum ihres künstlerischen Interesses stehen vor allem unscheinbar oder belanglos anmutende Dinge und Alltäglichkeiten, die sie mit großer Beharrlichkeit und oftmals zärtlich anmutenden Respekt durchdringt, um sie zum Sprechen zu bringen. Ihr auf Sammeln und Re-Präsentieren ausgerichtetes Arbeiten ist einem archäologischen Akt vergleichbar, mit dessen Hilfe die Künstlerin sich die Welt, die sie umgibt, anzueignen und zu verstehen versucht. Dabei untersucht sie zentrale Themen unserer Zeit: sie beschreibt die Folgen der Globalisierung für unser Selbstverständnis, sie reflektiert unser Verhältnis zu Natur und Geschichte, hinterfragt unser Geschlechterverständnis und berichtet über Kolonialismus, Ausbeutung und Verdrängung. Ihr auf Reduktion bedachter fotografischer Stil wechselt je nach Motiv nicht nur zwischen Schwarzweiß und Farbe, miniaturhaften und fast lebensgroßen Formaten sowie Einzelbildern und Serien, sondern auch zwischen Fotografien, die aus extremen Blickwinkeln wie im Vorbeigehen aufgenommen wirken, und Bildern, die in ihrer formalen Strenge und Detailgenauigkeit an wissenschaftliche Aufnahmen erinnern. Unabhängig vom Sujet geht es der Künstlerin in jedem Bild darum, den Akt des Sehens selbst sowie die kulturellen Bedingtheiten unserer Wahrnehmung sichtbar und erfahrbar zu machen. Die Fotografie ist nie Abbild, Re-Produktion der Wirklichkeit, sondern immer ein visuelles Konstrukt, das gleichviel über das Motiv wie dessen Betrachter offenbart. Zoe Leonard's Werk wurde in einer Vielzahl von Einzelausstellungen gewürdigt, so u.a. 2009 in der Pinakothek der Moderne, 2015 im Museum of Modern Art, New York. 2014 wurde sie mit dem renommierten Bucksbaum Award ausgezeichnet.

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