Elias in der Einöde
Ferdinand Olivier (1785-1841)

Elias in der Einöde,

um 1831
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Papier, auf Eichenholz geklebt
Maße des Objekts
75 x 56,5 cm
Ausgestellt
Nicht ausgestellt
Referat
19. Jahrhundert
Gattung
Malerei
Inventarnummer
9957
Erwerb
1934 aus dem Kunsthandel erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München
Zitiervorschlag
Ferdinand Olivier, Elias in der Einöde, um 1831, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/y7GEQpvGPV (Zuletzt aktualisiert am 19.06.2023)
Die alttestamentarische Ikonographie (I Kön 17) des Bildes greift ein beliebtes Thema des 17. Jahrhunderts auf: Der Prophet Elias prophezeite dem König Ahab, der durch seinen sündigen Lebenswandel den Zorn Gottes auf sich gezogen hatte, eine lange Dürrezeit. Von Gott wurde Elias an den Bach Krith geschickt, um dort in Einsamkeit die Strafe der Trockenzeit zu überdauern. Raben sollten ihn mit Brot und Fleisch versorgen. Als der Bach ebenfalls versiegte, verließ Elias die Einöde und fand bei einer frommen Frau Unterkunft. Das Gemälde zeigt das Flusstal mit dem Propheten noch vor dem Einsetzen der Dürre. Die Handlung ist in die Landschaft eingebettet. Auf dem kargen Boden sitzend hat Elias die Arme weit ausgebreitet. Mit der rechten Hand weist er dabei auf einen im Vordergrund platzierten Feigenbaum, der als Symbol für den Frieden des messianischen Reiches steht. Blick und linker Arm dagegen sind gegen den Himmel gerichtet, wo der Rabe mit dem Brot heranfliegt. Der Brot bringende Rabe ist Zeichen für die Güte Gottes gegenüber den guten Menschen und wurde von den Nazarenern, insbesondere von Pforr, als Symbol für die Erneuerung des katholischen Glaubens verstanden. Die ausgebreiteten Arme des Elias sind einerseits als Geste des Empfangens zu sehen, zum anderen liegt in ihnen auch etwas Verkündendes, wodurch Elias als Prophet kenntlich wird. Auch durch den hellen Hintergrund der Figur wird seine göttliche Begabung deutlich. Der Rabe als ein Bote Gottes erscheint ebenfalls vor dem strahlenden Licht des Himmels. Im rechten Vordergrund - dort liegt wohl die Quelle des Flusses Krith - sind dagegen dunkle, diffuse Farben eingesetzt, die das nahende Unheil der Naturkatastrophe bereits erahnen lassen.

Seit 1999 forscht das Referat Provenienzforschung zur Herkunft aller Kunstwerke der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die vor 1945 entstanden sind und die seit 1933 erworben wurden. Grundlage für diese Forschung bilden die „Washingtoner Erklärung“ von 1998 sowie die daran anschließende sogenannte „Gemeinsame Erklärung“ von 1999.

Die Provenienz-Angaben basieren auf den systematischen Erstchecks und orientierten sich am Leitfaden zur Standardisierung von Provenienz-Angaben des Arbeitskreis Provenienzforschung e.V. Provenienzangaben werden zeitnah aktualisiert, wenn neue Quellen oder Erkenntnisse zu den hier veröffentlichten Werken bekannt werden.

Weitere Informationen zu den Provenienzangaben finden Sie in der Präambel.

Für Rückfragen und Hinweise erreichen Sie uns unter provenienz@pinakothek.de

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Amalie von Heydweiller
o.D. - mind. 1887
Carl von Heydweiller, erworben im Erbgang von Amalie von Heydweiller
frühestens 1887 - 1904
Elisabeth und Gottlieb Hertschik, Schloss Burgellern bei Bamberg, erworben im Erbgang von Carl von Heydweiller
1904 - wohl 1934
Ludwigs-Galerie (Inh. Otto H. Nathan), München, erworben über einen Zwischenhändler von Elisabeth und Gottlieb Hertschik, Schloss Burgellern bei Bamberg
wohl 1934 - 11.04.1934
Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, angekauft von der Ludwigs-Galerie Otto H. Nathan, München (Ministerielle Entschließung Nr. 14763)
seit 11.04.1934

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