Rauchende und trinkende Affen in einem Weinkeller
David Teniers d. J. (1610-1690)

Rauchende und trinkende Affen in einem Weinkeller,

um 1660
Material / Technik / Bildträger
Eichenholz
Maße des Objekts
28,7 x 36,7 cm
Ausgestellt
Nicht ausgestellt
Gattung
Malerei
Inventarnummer
814
Erwerb
Aus der Kurfürstlichen Galerie München
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Staatsgalerie im Schloss Johannisburg Aschaffenburg
Zitiervorschlag
David Teniers d. J., Rauchende und trinkende Affen in einem Weinkeller, um 1660, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Staatsgalerie im Schloss Johannisburg Aschaffenburg, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/Dn4ZykmGaK (Zuletzt aktualisiert am 08.02.2024)
Bereits im 16. Jahrhundert waren Darstellungen beliebt, in denen Tiere menschliches Verhalten nachahmen und damit zugleich ins Lächerliche ziehen. Teniers griff diese Tradition auf. Hier sind es Affen, die einen Vorratskeller und ein Wirtshaus in Beschlag genommen haben. Ihre bunte Kleidung und die mit Federn geschmückten Kopfbedeckungen verleihen ihnen einen närrischen Charakter, der durch die Ernsthaftigkeit noch unterstrichen wird, mit der sie ihrem Treiben nachgehen. In der Küchenszene (Inv. Nr. 816) sitzen sie um einen Tisch. Einer schneidet mit einem Messer säuberlich Stücke aus einer Pastete, während ein anderer geziert das feine Weinglas in seiner Pfote hält. Auf dem Boden wird ein Hähnchen geteilt, während ein weiterer Affe in der Rolle des Bediensteten Austern öffnet. Im Hintergrund drehen Köche Fleischstücke über dem Feuer eines Kamins. Die Szene im Weinkeller nimmt menschliches Fehlverhalten noch kritischer aufs Korn: Die Pfeifen und der am Boden liegende Tabak deuten auf das Rauchen hin. Diesem wurde eine austrocknende Wirkung zugeschrieben, der man mit dem vermehrten Konsum alkoholischer Getränke begegnete. Dies zeigt der Affe im Hintergrund an, der gleich einen Krug aus einem Weinfass auffüllen wird. Weitere Fassungen der beiden Pendants befinden sich in Madrid. Sie sind sehr viel feiner in der Ausführung der Details, sodass diese hier wohl eher der Werkstatt zuzuschreiben sind.