Junge Frau, beim Schein einer Lampe nähend
Georg Friedrich Kersting (1785-1847)

Junge Frau, beim Schein einer Lampe nähend,

1823
Material / Technik / Bildträger
Öl auf Leinwand
Maße des Objekts
40,3 x 34,2 cm
Ausgestellt
Nicht ausgestellt
Referat
19. Jahrhundert
Gattung
Malerei
Inventarnummer
14603
Erwerb
1979 aus dem Kunsthandel erworben
Bestand
Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München
Zitiervorschlag
Georg Friedrich Kersting, Junge Frau, beim Schein einer Lampe nähend, 1823, Bayerische Staatsgemäldesammlungen - Neue Pinakothek München, URL: https://www.sammlung.pinakothek.de/de/artwork/M0xydkW4pl (Zuletzt aktualisiert am 22.01.2024)
Das kleine Interieurbild bringt die bürgerlichen Ideale der Restaurationszeit besonders gut zur Anschauung. Die einfache Tätigkeit der Hausarbeit wird von der jungen Frau mit Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit ausgeführt - darauf verweist auch die auf der Fensterbank liegende Bibel. Nichts kann sie in der Konzentration auf ihr Nähzeug stören, und auch der Betrachter des Bildes wird durch nichts von diesem zentralen Motiv abgelenkt. Die Wände des hohen Raumes sind in einem warmen Grün getönt. Als einzige Zierde hängt eine Draperie von der Decke herab. Das Licht der Lampe reicht gerade aus, um das unmittelbare Gesichtsfeld der Frau zu erhellen und legt somit auch den Fokus des Betrachters fest. Fast wie ein Eindringling muss sich dieser fühlen, weil er die harmonische Ruhe der häuslichen Szene zu stören wagt. Die stille Versenkung in einfache "niedere" Tätigkeiten wurde erstmals im 18. Jahrhundert bei Jean Baptiste Chardin zum Thema in der Genremalerei, in dessen Tradition Kerstings Malerei durchaus zu sehen ist.